Bundespräsident Steinmeier besucht GeWoSüd zum Jubiläum

64 Jahre nach dem Besuch von Theodor Heuss kommt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 11.7. in den Lindenhof und diskutiert dort mit den Mitgliedern

Die Wohnungsgenossenschaft Genossenschaftliches Wohnen Berlin-Süd (GeWoSüd) feiert 2019 das 100. Jahr ihres Bestehens. Nun hat am 11. Juli der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit seiner Ehefrau Elke Büdenbender, zuerst begleitet durch den GeWoSüd-Vorstand Norbert Reinelt und den Prokuristen und Technischen Leiter Walter Schuller, einen Rundgang durch den Lindenhof gemacht, um im anschließenden Gespräch mit Verantwortlichen und Mitgliedern über wohnungspolitische Herausforderungen zu diskutieren.

Damit besuchte Bundespräsident Steinmeier gleichzeitig den größten Standort der GeWoSüd und einen besonders geschichtsträchtigen Ort. „Der Lindenhof ist nicht nur Heimat für 1.500 Genossen und ihre Familien, sondern taugt auch als Freiluftmuseum für Geschichte und Architektur: Angefangen von der Gartenstadt von 1919, die geprägt war durch die Architekten Martin Wagner, Bruno Taut und Leberecht Migge, über die Erweiterung des Lindenhofs in den 30er Jahren durch den Architekten Lassen, den Wiederaufbau nach den Kriegszerstörungen in den 1950er Jahren durch die Architekten Müller und Sobotka, dem Hochhaus am See in den 1960er, dem öffentlich geförderten Wohnungsbau in den 70er Jahren bis hin zu den modernen Neu- und Dachausbauten seit den 1990er Jahren ist der Lindenhof architektonisch und historisch ein Abbild der letzten 100 Jahre“, erläutert GeWoSüd-Vorstand Norbert Reinelt die Besonderheit des Areals. Als letzter und bisher einziger Bundespräsident besuchte Theodor Heuss den Wiederaufbau des Lindenhofs am 8. September 1955. Heuss hatte eine besondere Bindung zum Lindenhof: Er gehörte 1918 zu den Schöneberger Stadtverordneten, die den Bau der Siedlung beschlossen hatten.

64 Jahre nach Heuss besuchte nun Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die GeWoSüd und sendet damit im 100. Jubiläumsjahr ein Zeichen der Wertschätzung an diese und alle anderen Wohnungsgenossenschaften, die einen wesentlichen Beitrag zur Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum für alle Schichten der Bevölkerung leisten. Auf dem Rundgang kam er mit mehreren, sichtlich überraschten Nutzern ins Gespräch und konnte sich so einen unmittelbaren Eindruck vom Leben in der Genossenschaft machen.

In dem anschließenden Gespräch im GeWoHiN mit den weiteren Gesprächsteilnehmern, dem Vorstand des BBU Maren Kern, den Aufsichtsräten Michael Schwanke und Nicole Stöhr sowie den Mitgliedern Günter Maaske und Hans-Joachim de Bok, entstand eine lebendige Diskussion zu wohnungspolitischen Themen und dem Beitrag von Genossenschaften in der Bewältigung der aktuellen Herausforderungen. „Die Miete, die hier Nutzungsgebühr heißt, liegt im Durchschnitt bei lediglich 6,02 Euro je Quadratmeter. Sogar Neubauwohnungen kosten bei der GeWoSüd im Schnitt nur 8,45 Euro pro Quadratmeter“, sagt der GeWoSüd-Vorstandsvorsitzende Norbert Reinelt. Doch nicht nur im Finanziellen, sondern auch in Bezug auf die Gemeinschaft handelt die GeWoSüd vorbildlich: So stehen den Mitgliedern an mehreren Standorten Gästewohnungen zur Verfügung, bereits zur Jahrtausendwende wurde ein Mehrgenerationenhaus in Tempelhof-Schöneberg errichtet und hilfsbedürftige Bewohner werden im Rahmen der Initiative „Helfer im Kiez“ bei Herausforderungen des Alltags unterstützt. An vier Standorten betreibt die GeWoSüd zudem Nachbarschaftstreffs, die von Mitgliedern auch für selbstorganisierte Aktivitäten genutzt werden können.

Für die Mitglieder, deren Wohnungen modernisiert werden, wird der Umzug in eine Umsetzwohnung innerhalb der Genossenschaft organisiert, damit sie nach Abschluss der Baumaßnahme in eine feingereinigte Wohnung zurückziehen können. Dabei verzichtet die Genossenschaft grundsätzlich auf die Umlegung der Modernisierungskosten, Verdrängung findet nicht statt.

Der Bundespräsident Steinmeier beim Besuch der Siedlung Lindenhof in Berlin:

„In einer bezahlbaren Stadt für alle braucht es genossenschaftlichen und sozialen Wohnungsbau.“

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Die Presse berichtet:

Berliner Morgenpost
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